Konzeption

Was andere Städte erreicht haben: Ravensburg

Feierliche Eröffnung des Humpis Quartiers am 4.7.2009 unter anderem mit einem großen Mittelaltermarkt.
Seit 2005 wurden die Gelände von der Stadt aufwendig saniert und ein großes Glasdach über dem Innenhof installiert.
Schon jetzt gilt das Humpis Quartier als eines der größten kulturhistorischen Attraktionen in der Region Bodensee-Oberschwaben.

Was andere Städte erreicht haben: Leutkirch

Das alte Haus zum „Bock“ wurde als des Denkmalschutzes besonders würdiges Gebäude von der Stadt erworben und als Bürgerhaus renoviert und ausgebaut. Schautafeln, Modelle und Exponate erklären die Entstehung der Landschaft und ihre Besiedelung sowie die Geschichte der Stadt und seiner Bevölkerung. In vollständig eingerichteten Werkstätten
wird der Besucher in die Arbeitswelt von damals zurückversetzt.

Was andere Städte erreicht haben: Riedlingen

Die Stadt Riedlingen hat das Kaplaneihaus erworben und aufwändig nach Architektenplänen saniert. Es dient heute vielen Riedlinger Vereinen als Domizil. Insbesondere der Kunstverein veranstaltet regelmäßig Ausstellungen von ansässigen und auswärtigen Künstlern. Ein großer Saal steht allen Interessenten für zahlreiche Veranstaltungen zur Verfügung.

Was Rottenburg erreichen kann:

  1. Erhalt eines denkmalgeschützten Gebäudes von historischem Wert.
  2. Rekonstruktion der Gefängniszellen im Erdgeschoß.
  3. Nutzung des Gebäudes zur Darstellung der Stadt, der Stadtgeschichte und Stadtkultur sowie seiner auch über die Stadtmauern hinaus bekannten Bürger.
  4. Langfristig: Entwicklung des Ensembles Zwingerturm, Stadtmauer, Scharfrichterhaus und Amannhof als überregionale Attraktion Rottenburgs.

Geschichte (Gutachten Manz)

  • Das Gebäude wurde 1715 bis 1719 durch die österreichische Landesherrschaft als Gefängnis neben dem Scharfrichterhaus und dem Zwingerturm errichtet.
  • Beim Stadtbrand von 1735 blieb das Gebäude weitgehend verschont.
  • Ein Brand der angrenzenden Scheuer hat 1828 das Dach des Gefängnisses erheblich beschädigt.

Geschichte (Gutachten Manz)

  • Auf Veranlassung von Oberamtsrichter Gmelin wurde der Bau eines neuen Gefängnisses betrieben.
  • Dieses wurde 1829 bis 1832 in der unteren Spiegelgasse (heute Haus 13) erstellt.
  • Das alte Gefängnis wurde damit entbehrlich und mit Genehmigung vom 24. Mai 1833 an den Privatmann Martin Mickeler für 810 Gulden verkauft.

Neuere Geschichte

  • Martin Mickeler hat das Gebäude ab 1833 entkernt und zu einem bäuerlichen Wohnhaus umgebaut.
  • Die Arrestzellen im 1. und 2. Stockwerk wurden entfernt und eine hohe Tenne heraus gebrochen.
  • Erhalten geblieben sind die drei Gewölbe parterre, die als Kellerräume verwendet wurden.
  • Der Amannhof 11 ist heute im Besitz der Stadt Rottenburg am Neckar

Recherchen im Staatsarchiv Sigmaringen

Im Amtsgrundbuch des Kameralamts Rottenburg wird das Gebäude wie folgt beschrieben:

  • 3-stockig ganz von Stein, 36 Fuß lang und 30 Fuß breit (14,45 auf 10,70 Meter).
  • Parterre ein Wohn- und Schlafzimmer mit einem kleinen eisernen Ofen, eine Küche, „unendgeldlich“ bewohnt von Oberamtsgerichtsdiener und Kerkermeister Friz sowie drei Gewölbe zur Aufbewahrung von Gefangenen.

Recherchen im Staatsarchiv Sigmaringen

  • Im 1. und 2. Stock je sechs Arrestzimmer mit drei Stoßriegeln an den Türen und je einem kleinen eisernen Ofen.
  • Jeweils Treppen zwischen den Stockwerken mit Türen unten und oben aus Eichenholz mit je drei Stoß- und einem Schieberiegel.
  • Unter dem Dach zwei Bühnen.
  • Brandversicherungsanschlag 450 Gulden.

Aktuelle Arbeiten

  • Bauaufnahme durch das Institut für Architekturgeschichte der Universität Stuttgart unter der Leitung von Frau Professorin Dr. Theresia Gürtler-Berger (Bearbeiter Lutz Knittel).
  • Dokumentation aller Räume, Schadenanalyse und Erstellung eines über 130-seitigen Raumbuchs sowie umfangreicher Fotoserien.
  • Erarbeitung von Vorschlägen und Entwurfsvarianten für eine Nutzung des Gebäudes.

Aktuelle Arbeiten

  • Schadpilz-Gutachten der Universität Tübingen durch das Institut für Spezielle Botanik und Mykologie.
  • Einschaltung von erfahrenen Architekten, die mit der Sanierung von Denkmalen vertraut sind: Insbesonder Architekt Klaus Osterried, Rottenburg-Oberndorf.
  • Zahlreiche Begehungen durch die Sachbearbeiter des Denkmalamts und durch die Verantwortlichen der Stadt Rottenburg am Neckar.
  • Beauftragung einer Restauratorin zur Begutachtung der erhaltenswerten Teile: Fachgutachten von Frau Dr. Feldtkeller, Tübingen.
  • Untersuchung des Dachstuhls u.a. durch den Zimmermeister Kessler, Rottenburg.

    Aktuelle Arbeiten

  • Fertigstellung des Dachstuhls und Abdichtung des Gebäudes gegen von oben eindringendes Wasser sowie Restauration der Hopfengauben.
  • Zugang zum Garten am Heberlesgraben zwischen äußerer und innerer Stadtmauer.
  • Einrichtung von Wasser, Abwasser und Strohmanschlüssen sowie einer Toilettenanlage zwischen dem Gebäude Amannhof und der angrenzenden Scheune.
  • Freilegen der alten Holz- und Steinböden nach denkmalrechtlichen Vorgaben.
  • Denkmalgerechte Restaurierung und Einbau einiger Fenster zur Hofseite.

Zusammenstellung:
Prof. Dr. Hans Dieter Frey, Rottenburg, hdfrey@uni-tuebingen.de (Stand 05.09.2016)