Programm

Zum neuen Pro­gramm 2018–2 des Sülch­gauer Alter­tumsvere­ins, ab Okto­ber 2018:

Don­ner­stag, 18. Okto­ber 2018, 19.00 Uhr

Ort: Sülch­gau-Muse­um in der Zehntscheuer

»Die Lebensweise ist im All­ge­meinen ein­fach«. Über die Entste­hung von lan­deskundlichem Wis­sen in den Ober­amts­beschrei­bun­gen von Rot­ten­burg.

Dr. Lio­ba Keller-Dresch­er

Eine unschätzbare Quelle und zitaten­re­iche Fak­ten­stein­brüche ohne­gle­ichen für die Ortsgeschichte(n) des Kön­i­gre­ichs Würt­tem­berg sind die Ober­amts­beschrei­bun­gen des 19. Jahrhun­derts oder doch nur Vorurteile und Plat­titü­den?

Die Ref­er­entin stellt in ihrem Vor­trag vor, wie diese Werke im Auf­trag des Königlichen Sta­tis­tisch-topographis­chen Bureaus und später des Sta­tis­tis­chen Lan­desamtes ent­standen sind: Was war die Idee dahin­ter?

Wie wurde Wis­sen einge­sam­melt, wer arbeit­ete mit und wer hielt die Fäden in der Hand? Was ist dran am Wis­sen über das Ober­amt Rot­ten­burg, seine Ein­wohn­er und Ihre Lebensweisen? Die bei­den Bear­beitun­gen des Ober­amtes Rot­ten­burg 1828 und die spätere von 1899/1900 kön­nen als ein gutes Beispiel dafür dienen, wie lan­deskundlich­es Wis­sen entste­ht, in Form gebracht wird und wie wir es heute ver­ste­hen kön­nen.

Dr. Lio­ba Keller-Dresch­er ist Pri­vat­dozentin am Lud­wig-Uhland-Insti­tut für Empirische Kul­tur­wis­senschaft der Uni­ver­sität Tübin­gen. Der Vor­trag basiert auf ihrer Habil­i­ta­tion­ss­chrift »Vom Wis­sen zur Wis­senschaft. Ressourcen und Strate­gien regionaler Ethno­grafie (1820 – 1950)«, 2017 erschienen in der Forschungsrei­he der Kom­mis­sion für geschichtliche Lan­deskunde in Baden-Würt­tem­berg.

 

Son­ntag, 21. Okto­ber 2018, 14.30 Uhr

Tre­ff­punkt: Vil­la Planck, Jahn­straße 2

Stadt­führung:

Die Jahn­straße – mit archäol­o­gisch-his­torischen Anmerkun­gen.

Von der Römerzeit bis nach dem Zweit­en Weltkrieg.

Ursu­la Kut­tler-Merz, Prof. Dr. Dieter Planck

Ein Ausklang nach der Führung ist geplant im »Prinz Carl«.

Prof. Dieter Planck, gebür­tiger Rot­ten­burg­er, war Lan­desarchäologe von Baden-Würt­tem­berg und zulet­zt Präsi­dent des Lan­desamtes für Denkmalpflege. Er hat schon seit sein­er Schulzeit immer wieder archäol­o­gis­che Beobach­tun­gen und Aus­grabun­gen in der Jahn­straße gemacht, über die er bei diesem kleinen Rundgang bericht­en wird.

Ursu­la Kut­tler-Merz ist seit Jahrzehn­ten in Rot­ten­burg engagiert als u.a. Stadt­führerin, Autorin und His­torik­erin.

Anmel­dung bei der Geschäftsstelle des SAV im Kul­tur­amt erforder­lich (Tel. 07472–165-333)!

 

Sam­stag, 27. Okto­ber 2018, 10.30 Uhr

Tre­ff­punkt: Mark­t­platz vor dem Rathaus

Stadt­führung: Der Dreißigjährige Krieg in Rot­ten­burg und im Süd­west­en

Peter Ehrmann

Der Dreißigjährige Krieg, dessen Beginn sich in diesem Jahr zum vier­hun­dert­sten Mal jährt, ruft bis heute im kollek­tiv­en Gedächt­nis der Nation seine Schreck­bilder her­vor – ver­bran­nte Land­schaften, aus­gestor­bene Dör­fer, ein Hauen und Stechen.

Diese Stadt­führung macht sich auf die Spuren dieser Zeit. Auch ein Kurzbe­such im Stadtarchiv zu den spär­lichen schriftlichen Hin­ter­lassen­schaften ist vorge­se­hen.

Kosten: Wie die Vorträge, vgl. unten

 

Don­ner­stag, 22. Novem­ber 2018, 19.00 Uhr

Ort: Sülch­gau-Muse­um in der Zehntscheuer

Burg und Kul­tur­land­schaft – Meth­o­d­en und Möglichkeit­en der mod­er­nen Bur­gen­forschung

Michael Kien­zle M.A.

Ruinen mit­te­lal­ter­lich­er Bur­gen prä­gen mit ihren oft noch hoch aufra­gen­den Mauern und Tür­men als markante Ele­mente bis heute unsere Land­schaft und sind beliebte und viel besuchte Aus­flugsziele. Dabei ist weitläu­fig bekan­nt, dass sie einst als befes­tigte wehrhafte Wohn­sitze des Adels dien­ten. Weitaus weniger dargestellt wird, dass sie auch mul­ti­funk­tionale Zen­tren der umgeben­den Sied­lungs- und Kul­tur­land­schaft waren mit herrschaft­spoli­tis­ch­er, ökonomis­ch­er und repräsen­ta­tiv­er Bedeu­tung. Neue tech­nis­che Meth­o­d­en und ein mod­ern­er Forschungsansatz ver­an­schaulichen, welche Vielzahl an Kul­tur­land­schaft­se­le­menten sich im Umland hoch- und spät­mit­te­lal­ter­lich­er Adelssitze auch heute noch erken­nen und rekon­stru­ieren lässt. Es zeigt sich aber auch, welche Schwierigkeit­en die his­torische Einord­nung viel­er Bur­gan­la­gen hin­sichtlich ihrer Entste­hung, der Stan­dort­wahl, sowie der Deu­tung des dort heute noch vorhan­de­nen Baube­stands mit sich brin­gen kann.

Anhand aus­gewählter Beispiele erläutert der Ref­er­ent einige sein­er Forschungsergeb­nisse und gibt darüber hin­aus einen Ein­blick in die Meth­o­d­en und Möglichkeit­en der mod­er­nen Bur­gen­forschung.

Michael Kien­zle ist Archäologe und His­torik­er. Er pro­moviert derzeit in Tübin­gen über eine Rei­he von Bur­gan­la­gen der Schwäbis­chen Alb.

 

Don­ner­stag, 29. Novem­ber 2018, 17.00 Uhr

Tre­ff­punkt: Mark­t­platz, Mark­t­brun­nen

Eine Führung durch Rot­ten­burg­er Keller

Ekke­hard Kaupp

Anmel­dung bei der Geschäftsstelle im Kul­tur­amt (Tel. 07472–165-351) ist erforder­lich.

Die Teil­nehmer soll­ten gut zu Fuß sein und eine Taschen­lampe mit­führen!

  • Anschließend:

Don­ner­stag, 29. Novem­ber 2018, 19.00 Uhr

Mit­gliederver­samm­lung des SAV in der Turm­stube der »Alten Welt«.

Hierzu erge­ht noch geson­derte Ein­ladung an die Mit­glieder!

 

Sam­stag, 8. Dezem­ber 2018

Vere­in­saus­flug nach Her­ren­berg

Tilmann Marstaller

Her­ren­berg ist ein inter­es­santes Pflaster, nicht zulet­zt durch sein malerisches Stadt­bild mit zahlre­ichen Fach­w­erkhäusern, hin­ter denen sich eine eben­so trau­rige wie span­nende Geschichte ver­birgt. Berühmt-berüchtigt ist auch die in den 1970-er Jahren aufwendig sanierte hoch- und spät­go­tis­che Stift­skirche mit ihrem mächti­gen Westriegel.

Auf dem Pro­gramm des Tages ste­ht mor­gens eine Stadt­führung mit Tilmann Marstaller, nach dem Mit­tagessen eine Führung durch die Stift­skirche mit dem Glock­en­mu­se­um – und auf Wun­sch eben­so ein kurz­er Besuch des Wei­h­nachts­mark­tes auf dem Mark­t­platz.

Gemein­same Zug­fahrt mit einem Sam­meltick­et. Nähere Infor­ma­tio­nen wer­den den Teil­nehmern rechtzeit­ig bekan­nt gegeben.

Anmel­dung bei der Geschäftsstelle bis spätestens 11. Novem­ber unbe­d­ingt erforder­lich, da begren­zte Teil­nehmerzahl.

 

Don­ner­stag, 24. Jan­u­ar 2019, 19.00 Uhr

Ort: Sülch­gau-Muse­um in der Zehntscheuer

Von der Egal­ität zur Elite. Wie im Vorderen Ori­ent bere­its vor über 10.000 Jahren Macht­struk­turen fest­geschrieben wur­den

Dr. Mar­i­on Benz

Neue Ent­deck­un­gen der let­zten Jahre im Süden Jor­daniens bestäti­gen, dass bere­its vor über 10.000 Jahren in den früh­esten größeren Sied­lun­gen des Nahen Ostens soziale Unter­schiede ent­standen. Während die Architek­tur der dama­li­gen Bauern weit­ge­hend gle­ich­för­mig blieb, zeigt sich in den Bestat­tun­gen eine immer deut­lich­er wer­dende soziale Dif­feren­zierung. Aufwendi­ge Grab­baut­en und wertvolle Beiga­ben weisen auf den her­aus­ra­gen­den Sta­tus hin, der diesen Men­schen zugeschrieben wurde und der durch aus­gek­lügelte Bestat­tungsrituale nochmal für alle sicht­bar in der gemein­samen Erin­nerung fest­ge­hal­ten wer­den sollte. Muschelperlen vom Roten Meer und vom Mit­telmeer, Obsid­i­an aus der Türkei und Grün­steine vom Sinai und dem zen­tralen Hochland Jor­daniens leg­en einen regen über­re­gionalen Aus­tausch nahe, an dem diese Elite teil­nahm. Wie manche Men­schen es schafften, einen beson­deren Sta­tus zu erlan­gen, lässt sich anhand der neuen Funde immer deut­lich­er nachze­ich­nen. Während beim let­zten Vor­trag über die neolithis­che Rev­o­lu­tion der Nor­den Mesopotamiens im Fokus stand und die Entwick­lun­gen im Süden nur als Aus­blick angedeutet wur­den, the­ma­tisiert dieser Vor­trag die Entste­hung der ersten Großsied­lun­gen und die Anfänge der Hier­ar­chisierung unser­er Gesellschaft.

Dr. Mar­i­on Benz ist Archäolo­gin bei der Albert-Lud­wigs-Uni­ver­sität Freiburg und Wis­senschaft­sjour­nal­istin, spezial­isiert auf Vorderasi­atis­che Archäolo­gie.

 

AUSSTELLUNGSANKÜNDIGUNGEN

 

Sam­stag, 1. Dezem­ber 2018, 15.00 Uhr

Ort: Sülch­gau-Muse­um in der Zehntscheuer

Eröff­nung der Ausstel­lung des Sülch­gauer Alter­tumsvere­ins über »His­torische Rot­ten­burg­er Krip­pen sowie Krip­pen in Kästchen«

Neben den vier bedeu­tungsvollen Krip­pen – der Kalk­weil­er Krippe, der Alt­stadtkrippe, dem Dodereskrip­ple und dem Krip­pen­re­lief von St. Mar­tin – wer­den dieses Jahr auch Krip­pen in Kästchen gezeigt.

Neben den tra­di­tionellen offe­nen Land­schaft­skrip­pen mit den typ­is­chen schwäbis­chen Krip­pen­ber­gen wurde die Geburtsszene auch in kleine und auch größere Kästen hinein ver­lagert. Dabei wurde die kleine Vari­ante vielfach dem früheren knap­pen Wohn­raum geschuldet, kon­nte doch das kleine Krip­penkästchen, das an der Vorder­front in der Regel mit ein­er Glass­cheibe abgedeckt war, im sog. Her­rgottswinkel oder der kleinen Kom­mode aufgestellt wer­den. Darüber hin­aus erforderte das Auf­stellen wenig Aufwand und so wurde dieser Krip­pen­vari­ante auch der Begriff der »Faulen­z­erkrippe« aufgezwängt. Aus heutiger Sicht hat jedoch ger­ade diese Krip­pen­form einen großen Vorteil: Das gesamte Ensem­ble blieb durch die Geschlossen­heit recht gut erhal­ten.

Zu sehen bis 20. Jan­u­ar 2019.

 

AUSBLICK/ANGEBOTE ANDERER

 

Im Jahr 2019 jährt sich das Geburt­s­jahr von Mechthild von der Pfalz zum 600. Mal.

Dazu plant das Haupt­staat­sarchiv Stuttgart eine Ausstel­lung, welche als zweite Sta­tion ab Mitte Sep­tem­ber 2019 im Sülch­gau-Muse­um in der Zehntscheuer gezeigt wer­den soll. Auch geplant ist eine Mechthild-Tagung eben­dort im Okto­ber 2019.

Näheres wird zeit­nah bekan­nt­gegeben.

Schon jet­zt ste­ht fol­gen­der Ter­min fest:

 

Dien­stag, 22. Jan­u­ar 2019, 19.00 Uhr

Ort: Zun­fthaus der Nar­ren­zun­ft Rot­ten­burg, Sülchen­straße 3, Rot­ten­burg am Neckar

Viel­er­lei Mechthild. Von den Facetten ein­er fabel-haften Frau

Peter Ehrmann MA, Stadtarchivar

Mechthild war vieles: Mut­ter, Mythos, Mäzenatin, Pfalz­gräfin und Erzher­zo­gin. Der Vor­trag behan­delt ihr Wirken in Rot­ten­burg eben­so wie ihr Bild bei Zeitgenossen und Nach­welt. Was machte diese Frau so einzi­gar­tig, dass sie noch heute zum fes­ten Bestandteil der Rot­ten­burg­er Iden­tität gehört?

Ver­anstal­ter: Nar­ren­zun­ft Rot­ten­burg.

 

  1. August bis 4. Novem­ber

(jew­eils Mo, Mi, Fr und So 14 – 17 Uhr)

Ort: Stadt­mu­se­um im Bürg­erKul­turHaus, Mark­t­platz 4, 72160 Horb

Bürg­er­stöchter, Büßerin­nen, Bet­telschwest­ern. 800 Jahre »Obere Samm­lung«. Dominikaner­in­nen­kloster Horb 1218 – 1806

Eine Doku­men­ta­tion mit Fund­stück­en zur Geschichte des ehe­ma­li­gen Dominikaner­in­nen­klosters Horb. Zur Ausstel­lung gibt es eine Vor­tragsrei­he. Näheres auf der Home­page der Stadt Horb unter: www.horb.de

Ver­anstal­ter: Stadt­mu­se­um im Bürg­erKul­turHaus Horb

  

SONSTIGES

Stammtisch des SAV

Der Stammtisch des Sülch­gauer Alter­tumsvere­ins Rot­ten­burg trifft sich regelmäßig an jedem let­zten Mittwoch des Monats – derzeit im »Engel«, Königstraße 7. Beacht­en Sie bitte auch die Hin­weise auf der Home­page des Vere­ins (www.sav-rottenburg.de) sowie die jew­eils aktuellen Hin­weise in der Presse.

Alle Inter­essierten sind willkom­men, auch Nicht­mit­glieder. Eine Tage­sor­d­nung gibt es nicht – Ziel ist der Gedanke­naus­tausch, Ideen und Vorschläge für das Pro­gramm u.a.

 

Der Ein­tritt zu den Vorträ­gen beträgt:

3,00 Euro für Vere­ins­mit­glieder und

5,00 Euro für Nicht­mit­glieder.